Gedanken

In dieser Rubrik sammeln wir Gedanken und auch offene Fragen aus unserem Arbeitskreis, an denen wir weiter arbeiten wollen.

Vieles ist noch nicht fertig, aber so weit, das wir es hier zum Mitdenken und Kommentieren zur Verfügung stellen.

Was ist BDSM?

BDSM wird gerne in 3 Teilbegriffe zerlegt, wobei die mittleren Buchstaben doppelt belegt sind:

  • BD: Bondage/Discipline: 
  • DS: Domination/Submission:
  • SM: Sadism/Masochism

In der BDSM Szene werden dabei einige Grundprinzipien oft zitiert und verwendet, die wir ebenfalls kurz erklären wollen.

  • SSC: Safe, Sane, Consensual. Ein Bekenntniss des grossen Teil der BDSMer, die Dinge, die miteinander gemacht werden, unter den Grundprinzipein der Sicherheit, (nachhaltig nicht gestörten) Gesundheit sowie des Einvernehmens zu machen.
  • RACK : Risk Aware Consensual Kink.

Bin ich der einzige, der auf "so was" steht?

Gemäss einer Statistik (vgl. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2355/umfrage/erfahrungen-m... ) aus dem Jahr 2011 haben knapp 10% der Bevölkerung schon einmal S/M und/oder Fesselspiele praktiziert (es wird allerdings die genaue Form nicht näher betrachtet - sind das relativ harm- und schmerzlose Spiele, oder sind es die strengeren Aspekter des BDSM)..

Auf der gleichen Webseite findet sich an anderen Ort die Aussage, dass rund 80% der Befragten kein Interesse an SM haben - mithin rund 20% durchaus. Welche Formen des SM dabei erfragt wurden, oder an welche beim jweils Befragten gedacht wurde, erschliesst sich uns nicht. Tatsache jedoch ist, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung  von 10-20% sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat und es z.T. auch praktiziert.
Weitere Statistiken (vgl. z.B: die Zusammenfassung von Datenschlag) aus früheren Jahrgängen belegen ebenfalls, dass man mit BDSM zu einer Minderheit gehört, die gleichwohl doch signifikant gross genug ist, um wahrgenommen zu werden. 10-20%: davon träumen die meisten, z.T. etablierten Parteien.

Ursachen

Wir betreiben hier keine Grundlagenforschung, stellen aber fest, dass genügende Menschen im AK SMuC sind, die keine schlechte Kindheit hatten, keine Missbrauch oder dgl., um BDSM zu schätzen.

Gibt es eine Ethik des "christlichen BDSM"?

Am Ende muss jeder selbst beurteilen, was für ihn/sie ein ethisches Denken und Handeln bedeutet. Wir, der AK SM-und-Christsein, möchten folgenden Gedanken mit auf den Weg geben:
Unsere Ethik orientiert sich sowohl am Christsein, wie auch daran, BDSM für sich in geeigneter Form zu akzeptieren. Wir möchten dabei ausdrücklich unsere Leitlinien als Wegweiser verstehen, d.h. z.B. dass Christen jeglicher Konfession akzeptiert werden, ebenso wie BDSMer mit unterschiedlichen Vorlieben.

Die "christliche" Ethik kommt dabei von Gott, gegeben durch Bibel und Gebet, mit einer Barmherzigkeit untereinander bei diesem durchaus schwierigen Thema.

Die "BDSM" Ethik orientiert sich am Zusammenspiel von der eigenen Person, dem Partner wie auch der Umwelt. Wir bekennen uns dabei zum Prinzip des SSC: Safe, Sane, Consensual.

Insbesondere ist die Grenze zwischen Einvernehmlich und Nicht-mehr-EInvernehmlich der zentrale Punkt, an dem wir unterscheiden, ob BDSM noch gut ist, oder nicht. Auch das asymetrische System eines BDSM Spieles braucht diese Grenze zur Sicherheit vor allem der submissiven Person, aber auch der dominanten Person.

Warum dann der AK SMuC?

BDSM (und Christsein) zu akzeptieren, ist nicht immer einfach. Sei es für die eigene Person, sei es auch, weil man solche Formen als Partner oder Umwelt miterlebt. Im Dialog möchten wir aufklären, helfen, aber auch schützen. "Des einen Freud, des anderen Leid" kann im BDSM Kontext für beide beteilgiten Partner wunderschön sein, wenn denn der "leidende" Partner in verantwortungsvoller Weise "bespielt" wird (u.a. SSC). Es kann aber auch zu einem echten, ungewollten Leid werden, bis hin zum absichtlichen Missbrauch des Partners. Diese Differenzierung ist manchmal nicht einfach herauszubekommen: gehört gewolltest Leid noch zu einem Wunsch, einer Lust, mit einer Selbstakzeptanz; oder ist es schon Unrecht.

Woran kann man leiden?

Aus unserer persönlichen Erfahrungen heraus haben wir gelernt, dass viele Menschen (nicht nur Christen) in der einen oder anderen Form Leid durch BDSM erfahren, das sie aber nicht erfahren wollen! Gemeint ist hier nicht das Zufügen von Schmerzen im sexuellen Kontext, sondern im Rahmen der Betrachtung ihrer eigenen Person, durch sie selbst oder andere.

Wir wollen hier nicht auf die spezifischen (psycho-)sexuellen Varianten eingehen. Wir betrachten Leid unter dem Aspekt der oben erwähnten Ethik.
Man kann Leid erfahren im Kontext mit

der Beziehung zu sich selbst

  • Selbstannahme der Prägung verursacht seelisches Leid

der Gottesbeziehung

  • BDSM = Sünde (?)

der Partnerbeziehung

  • ein Partner möchte BDSM, der andere nicht
  • BDSM wird gelebt (positives beiderseitig gewolltes Leid, welches den Kern des BDSM trifft)
  • Missbrauch (nicht einvernehmlich)

der Umwelt

  • (zwangs-) Outing als BDSMer mit sozialen und beruflichen Konsequenzen
  • Ausgrenzung aus der christlichen Gemeinde
  • Polizeiliche Aktion durch ein (erwünschtes) BDSM Spiel, welches von Dritten gemeldet wird

Vertiefte Betrachtungen und Handlungsansätze

Zielgruppenspezifisch werden wir im folgenden Überlegungen und Gedanken unserer Arbeit mit auf den Weg geben.

Deutsch